Botulinumtoxin

Botulinumtoxin zur Behandlung von dystonen Bewegungseinschränkungen, Spastizität des Erwachsenen und Spastizität im Kindes- und Jugendalter. Botulinumtoxin wird von Bakterien der Gattung Chlostridium botulinum produziert. durch die Inaktivierung von einem von drei Proteinen im Bereich der neuromuskulären Endplatte, wird die Ausschüttung von Acetylcholin in den synaptischen Spalt verhindert und im Skelettmuskel führt dies zu einer neuromuskulären Blockade mit einer schlaffen Lähmung.

Die klinische Wirkung von Botulinumtoxin hält in der Regel 3 Monate an. Wahrend dieser Zeitspanne wird das Toxin in Nerven von zelleigenen Proteasen gespalten. bie zu verabreichenden Toxine sind nicht giftig. In menschlichen Muskeln konnten selbst nach mehrfachen Injektionen keine Veränderungen im Bereich der Muskulatur nachgewiesen werden. bie biologische Aktivität von Botulinumtoxin wird in Mouse-Einheiten (Mouse-Units) angegeben.

Nebenwirkungen:

Bei zu hoher Einstiegsdosis können unerwünschte Lahmungen in nicht injizierten Muskeln auftreten. bie Nebenwirkungen sind reversibel. Auf Grund dessen sollte die Dosis auf mehrere Injektionsstellen pro Muskel verteilt werden, das Volumen der Injektion reduziert werden und eine exakte Injektion vorgenommen werden.

Kontraindikationen:

Erkrankung der neuromuskulären Übertragung, ausgeprägte Myopathien, Blutungsneigung, Schwangerschaft.

Indikationen:

    1. Dystonien, als anhaltende, unwillkürliche Muskelbewegungen, die Teile des Körpers in abnorme, teils bizzare Positionen zwingen.

    2. Spastizität des Erwachsenen, hierbei kommt es zu spastischen Bewegungsstörungen auf Grund einer Nervenschädigung mit krankhaften Muskelkontraktionen.Durch die Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin wird der Circulus vitiosus der spastischen Bewegungsstörung blockiert und es kommt zu einer deutlichen Reduktion der Spastik und häufig auch zu einer deutlichen Schmerzreduktion.

    3. Spastizität im Kindes- und Jugendalter. Seit Beginn der 90er Jahre liegen Erfahrungen bei der Anwendung von Botulinumtoxin bei spastischen Bewegungsstörungen im Kindesalter vor. Studien belegen die lokale Effektivität, Sicherheit und Nebenwirkungsarmut dieses Therapieverfahrens.
    Durch die lokale Schwachung können alttagsrelevante, funktionelle und pflegerische Gewinne für Kinder mit spastischen Bewegungsstörungen erreicht werden.