Ergotherapie

Die Ergotherapie (Beschäftigungstherapie) wird meist in der Klinik eingeleitet. Der Begriff setzt sich aus dem griechischen Wort ergon = Werk, Arbeit und aus dem uns bekannten Wort Therapie = Behandlung zusammen. Jeder Patient wird entsprechend seinem Leistungsvermögen und -können handwerklich beschäftigt. Normale Werkzeuge werden so angepaßt und verändert, daß der Patient durch seine handwerkliche Arbeit die Wiederherstellung der gestörten Funktion seiner Gelenke selbst übt. Er kann -von fremder Hilfe weitgehend unabhängig - mit ihm besonders zusagendem Werkzeug arbeiten. Für Tab. 36 Patienten, bei denen eine Anpassung des alltäglichen Werkzeugs (der Gebrauchsgegenstände) nicht mehr möglich ist, werden besondere Geräte hergestellt.

Methoden und Ziele der Ergotherapie

Übende Ergotherapie

Methoden: Die Funktion fördernde funktionelle Übungsgeräte und Spiele sowie handwerkliche
Techniken und Materialien, das An gleichen von Werkzeugen und Geräten und die
Einrichtung spezieller Übungsplätze ermöglichen.
Ziel: Gelenkmobilisation, Muskeikräftigung und Sensibilitätstraining

Ablenkende Ergotherapie

Methoden:.Kreative Eigenschaften, problemorientierte Gesprächsgruppen und Gesellschaftsspiele
fördern
Ziel: die psychische Aktivierung und Bewältigung sowie realistische Einschätzung der
persönlichen Situation

Schienenversorgung

Methoden: Durch statische und dynamische Schienen werden
Ziel: funktionell richtige Gelenkstellun gen (Lagerungsschienen) und die Gelenkbeweglichkeit
(Übungsschienen) gefördert.

Gelenkschutz

Methoden: Informationen über und praktische Übungen zum Gelenkschutz verbunden mit
Demonstration und Training mit Hilfsmitteln bedeuten
Ziel: Entlastung betroffener und gefährdeter Gelenke und Mindern von Schmerz und Gefahr
der Deformierung

In akut entzündlichen und dadurch mit starkem Schmerz verbundenen Phasen ist eine ergotherapeutische Übungsbehandlung nicht erlaubt. In diesen Stadien sorgt der Ergotherapeut für eine individuelle Schienenversorgung, zum Beispiel durch die Nachtlagerungsschiene, die die Hand stabilisiert und ein Abgleiten der Fingergrundgelenke und des Handgelenks verhindert. Leidet der Patient bereits unter der Deformation eines Gelenks, folgt dann später die Funktionsschiene, die - wie der Name sagt - die Funktion der Hand erhalten soll. Sie wirkt der Überdehnung der Gelenkkapsel, -bänder und Sehnen entgegen.

Die Ergotherapie ist deshalb so besonders wichtig, da sie die aktive Behandlung gestörter Funktionen möglichst in Beschäftigungen einbaut, die Ihren alltäglichen Aktivitäten ähneln, aber auch Ihren Neigungen und Interessen entgegenkommt oder neue - für Sie funtionell günstige - Interessen weckt.

Lassen Sie sich zuerst von Ihrem Arzt oder von der Beschäftigungstherapeutin beraten, die Sie im Krankenhaus betreut hat. Die Krankenkassen übernehmen in vielen Fällen die Kosten. In der Regel bekommen Sie alle Funktionshilfen im Orthopädie-Fachhandel.