Ganglion (Überbein)

Häufig klagen Patienten, vor allem junge Mädchen zwischen 10 und 16 Jahren, in der täglichen Sprechstunde über Beschwerden im Bereich des Handgelenkes. Sie berichten von Schmerzen beim Schreiben und klagen über Beschwerden bei sportlichen Aktivitäten oder beim Musizieren im Bereich der Handgelenke.

Bei der Untersuchung finden sich zunächst keine äußerlichen Auffälligkeiten. Das Handgelenk ist häufig streckseitig schmerzhaft und es besteht eine endgradige Schmerzhaftigkeit bei Beuge- und Streckbewegungen. Bei diesen unklaren Symptomen muß neben anderen Ursachen wie Sehnenscheidenentzündung, Nervenschmerzen, Bänderschädigungen oder Reizung durch Überlastung stets auch an ein beginnendes Ganglion (Überbein) der Handgelenkskapsel gedacht werden. Das Röntgenbild der Hand zeigt häufig keinen krankhaften Befund, da sich die Überbeine röntgenologisch nicht abbilden. Bei Verdachtsfällen hilft dann ein Kernspintomogramm weiter.

Entstehungsmechanismus eine Überbeines

Die Ursachen und die Entstehung für ein Überbein sind immer noch umstritten. Zahlreiche Untersuchungen belegen, daß es in der Handgelenkskapsel oder in den Sehnenscheiden durch ständige mechanische Beanspruchung zu einer Umwandlung von Bindegewebszellen kommt. Die neugebildeten Zellen haben die Fähigkeit Flüssigkeit zu bilden und so kleine Zysten entstehen zu lassen, die flüssigkeitsgefüllt sind. Diese Zysten haben häufig Verbindung untereinander oder zum Handgelenk. Durch ein Gangsystem entsteht ein Ventilmechanismus zum Gelenk ,der den Übertritt von Gelenkflüssigkeit in das Ganglion erlaubt, jedoch den Rückfluß verwehrt. Dieser Pumpmechanismus führt mit der Zeit zu einer gut sichtbaren, prall elastischen Schwellung meist über der Streckseite des Handgelenkes, die oft schmerzhaft ist.

Wann muß ein Überbein operiert werden

Lange Zeit galt ein Schlag mit einem Hammer als Mittel zur mechanischen Zertrümmerung des Ganglion. Heute sind diese Methoden durch das Skalpell ersetzt worden. Der Entschluß zur Operation ist durch eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Handgelenkes und durch belastungsabhängige Beschwerden gegeben. Durchaus stellt aber die Punktion des Ganglion eine Möglichkeit dar, die prall elastische Schwellung zu entlasten und den glasigen Inhalt zu entfernen. Es wird empfohlen, nach der Punktion ein Kortisonpräparat zu injizieren. Die Heilungschancen durch diese Methode werden unterschiedlich hoch angegeben. Bei Patienten, die einem operativen Eingriff ablehnend gegenüberstehen, ist ein solcher Behandlungsversuch auf jeden Fall zu empfehlen.

Operationsmethoden

Bei einer Operation geschieht dies bei blutleerem Operationsfeld. Es erfolgt eine schichtweise Präparation des Ganglion und es wird ein Kapselfenster gelegt. Das ,,Fenster“ an der Gelenkkapsel verhindert weitgehend das Wiederauftreten des Ganglion (Rezidiv). Die Rezidivhäufigkeit liegt aber je nach Literaturangaben, auch bei genauester Operationstechnik, zwischen 10 und 20 %. Nach der Operation ist im allgemeinen keine Störung oder Komplikation zu erwarten. Die anfängliche schmerzhafte Bewegungseinschränkung bessert sich rasch und gelegentliches Auftreten von Taubheitsgefühlen im Bereich der Operationsnarbe bilden sich bald ohne Restsymptome zurück.