Kreuzbandrupturen

Man unterscheidet frische und alte, vollständige und Teilrupturen, einfache und kombinierte Instabilitäten nach Kreuzbandverletzung.

Am häufigsten ist eine Verletzung durch X-Bein oder Beugeaußendrehstreß mit der Folge eines unhappy triad, bei der es zu einer Innenbandruptur, Innenmeniskusverletzung und vorderen Kreuzbandruptur kommt.

Nach häufig primärem blutigem Gelenkerguß verbleibt eine Instabilität im Bereich des betroffenen Kniegelenkes. Für die Indikationsstellung zu einer Operation mit vorderem Kreuzbandersatz sind richtungsweisend das Alter, das Ausmaß der Instabilität mit einem subjektivem Unsicherheitsgefühl, die sportlichen Ambitionen, eine vorbestehende Arthrose oder schon bestehende Meniskusentfernungen und nicht zuletzt die Kooperation des in Frage kommenden Patienten.

Wichtigste Indikationen:

  • aktiver Sportler
  • leistungsorientierter Patient unter 40 Jahren
  • isolierte vordere Kreuzbandruptur
  • komplexe Kniebandverletzungen
  • knöcherner Ausriß des vorderen Kreuzbandes
  • alte vordere Kreuzbandruptur ohne muskuläre Kompensation nach mindestens 6 Monaten
    intensiver Physiotherapie
  • giving way (Wegknickneigung) im Alltag bzw. rezidivierende Ergüsse und Schwellneigung
  • Kreuzbandruptur mit zusätzlicher, nähbarer, basisnaher Meniskusläsion

Der Rolimeter - Knietester ist ein kompaktes und zuverlässiges Gerät zur quantitativen Beurteilung der vorderen und hinteren Knie-Instabilität bei Lachman-Test, Schubladen-Testung und Bestimmung des dorsalen Durchhangs (,,Step-off“). Das aus Edelstahl hergestellte Rolimeter ist sterilisierbar und durch seine unkomplizierte Handhabung sowie die geringen Kosten vielseitig einsetzbar.

Operationstechniken

Viele Techniken werden beschrieben. Der goldene Standard ist die Implantation eines Patellasehnenstückes mit Knochen-zu-Knochen-Verbindung. Des weiteren kommt als Implantat häufig die Semitendinosussehne von der inneren Oberschenkelseite als Ersatz des vorderen Kreuzbandes in Frage.

Natürlicher Verlauf nach Kreuzbandverletzung

Ein Drittel der Patienten erlangt adäquate Kompensation durch sportliche Aktivitäten, ein Drittel der Patienten muß wichtige Aktivitäten aufgeben, ein Drittel der Patienten bedürfen einer dringenden Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes. Im Langzeitverlauf kann daraus eine Arthrose bei chronischer Kreuzbandinsuffizienz im Bereich des betroffenen Kniegelenkes resultieren.

Die hintere Kreuzbandruptur ist relativ seltener und hierfür gibt es keine Standardtherapieempfehlung für das operative oder konservative Vorgehen.