Osteoporose

Osteoporose führt in den meisten Industrieländern zu einer großen volkswirtschaftlichen Belastung. Knochenschwund kann in allen Knochen auftreten. Die Betroffenen haben wegen einer erniedrigten Knochenmasse eine erhöhte Knochenbrüchigkeit und ein erhöhtes Knochenbruchrisiko. Vor allem betroffen sind die Wirbelsäule, der Oberschenkelknochen und die Speiche.

Ziel sollte es sein, diese Erkrankung frühzeitig zu erkennen, denn nur so kann eine rechtzeitige Behandlung erfolgen. Die Erfassung von Risikopatienten ist durch eine Befragung der Patienten möglich. Nach einer Knochendichtemessung kann eine frühzeitige effektive Therapie begonnen werden.

Häufig sind erstmals auftretende Rückenschmerzen erster Ausdruck von schleichenden Brüchen, durch die es zu einer Fehlstellung im Bereich der Wirbelsäule mit schmerzhafter Fehlbelastung von Sehnen, Bändern und Muskeln mit chronischer Überbelastung kommt.

Die Osteoporose entwickelt sich durch ein Ungleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau bei beschleunigtem Abbau des Knochens und sich hieraus entwickelnder Knochenbrüchigkeit.

Neben einer Fehlernährung, hormonellen Störungen, einem Mangel an Bewegung und einer familiären Belastung tragen folgende Faktoren als Risikofaktoren für die Entstehung einer Osteoporose bei:

  • höheres Lebensalter
  • weibliches Geschlecht
  • weiße Herkunft
  • zierlicher Körperbau
  • frühes Einsetzen der Wechseljahre
  • Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen
  • Knochenschwund in der Familie
  • ungenügende Kalziumzufuhr
  • Zigarettenkonsum
  • Alkoholmissbrauch
  • zu wenig körperliche Aktivität

Die beste Behandlung der Osteoporose ist die Vorbeugung zusätzlicher, neuer Frakturen durch körperliche Aktivitäten mit z.B. strammem Gehen, Treppensteigen, Wandern oder Tanzen. Neben einer täglichen Kalziumzufuhr von 1 bis 1,5 Gramm ist eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D mit 500 bis 1000 I.E. (Internationale Einheiten) pro Tag empfehlenswert.

Medikamentös kann neben weiblichen Geschlechtshormonen oder hormonrezeptormodelierenden Substanzen, die Verordnung von Biphosphonaten oder Fluor erfolgen. Durch eine effektive Osteoporosetherapie kann bereits nach einem Jahr der Behandlung das Risiko für erneute Frakturen deutlich gesenkt werden.

 

Calciumgehalt am Beispiel einiger Lebensmittel

sortiert in der Reihenfolge ihres Calciumgehaltes

2 Scheiben
Emmentaler/Cheddar
2 Scheiben
Gouda/Edamer/Tilsiter
1 Liter Mineralwasser
calciumreich
200 g Grünkohl roh
1/2 l fettarme Milch
1/2 l Dickmilch/Kefir
1/2 1 Buttermilch
200g Joghurt
25 g Basilikum, Dill,
Estragon,Thymian
Rosmarin frisch
60 g Camembert (30%)
60 g Schafskäse
200g Brokkoli roh
60 g Romadur (20%)


612-500 mg

20-500 mg
500 mg

460 mg
300 mg
300 mg
300 mg
240 mg
ca. 415 mg


360 mg
300 mg
226 mg
225 mg

200 g Fenchel roh
100 g Brunnenkresse roh
200 g Porree roh
100 g Löwenzahn roh
200 g Bleichsellerie roh
200 g Kohlrabi roh
1 Orange (150g)
125 g Johannisbeeren schwarz
1 Portion Brombeeren (125g)
25 g Petersilie,
Schnittlauch frisch
1 Grapefruit (250g)
4 Feigen frisch (80g)
1 Kiwi (100g)
125 g Johannisbeeren rot
Mandeln (10 Kerne)
Kabeljau (150g)

218 mg
180 mg
174 mg
173 mg
160 mg
136mg
63 mg
56 mg
56 mg
ca. 50 mg

45 mg
44 mg
40 mg
38 mg
38 mg
38 mg

Heringsfilet (100 g)
Haselnüsse (10 Kerne)
50 g Blattsalat
1 Portion Erdbeeren (100 g)
Kalbfleisch (125g)
Hähnchen (125g)
1 Mandarine (40g)
1 Scheibe Fleischwurst,
Mortadella, Salami,
Schinken
100 g Dosenwürstchen
1 Apfel (l50g)
Gans (125g)
1 Banane (125g)
1 Aprikose (50g)
Rindfleisch (125g)
Schweinefleisch (125g)

35 mg
34 mg
25 mg
24 mg
16 mg
15 mg
13 mg
11 mg


10 mg
10 mg
10 mg
10 mg
8 mg
5 mg
3,8 mg

 


Liebe Interessierte,
Betroffene und Patienten,

in Deutschland leiden über 5 Millionen Menschen an Osteoporose (deutsch: Knochenschwund). Alle 5 Minuten bricht ein Wirbelkörper als Folge von Knochenschwund. Möglicherweise haben Sie bereits einen Wirbelkörperbruch erlitten, ohne dass Sie es wissen. Denn häufig werden diese Brüche nicht erkannt, weil sie im Anfangsstadium glimpflich verlaufen können. Wenn bei Ihnen aber bereits ein Bruch vorliegt, ist damit zu rechnen, dass Sie weitere Knochenbrüche erleiden.
In fortgeschrittenen Stadien des Knochenschwundes verlaufen die Brüche meist äußerst schmerzhaft und können sogar zu chronischen Behinderungen führen.

Eine gute Nachricht

Wir wollen Ihnen helfen, das zu vermeiden, denn Knochenschwund muss nicht sein! Er kann verhindert und behandelt werden.
Im Rahmen einer bundesweiten Auf klärungskampagne des Kuratorium Knochengesundheit e.V. und seinen Partnern, den wichtigsten Leistungsträgern im Gesundheitswesen, sollen gefährdete Menschen erkannt werden, damit eine rechtzeitige und gezielte Behandlung Schlimmeres verhindern kann.
Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit. Füllen Sie diesen Risiko-Selbsttest aus, wenn Sie erfahren möchten, wie es um Ihre Knochengesundheit steht. Sie haben es mit in der Hand, ob Ihr Leben mit stabilen Knochen lebenswert und in Bewegung bleibt.
Motivieren Sie auch Ihre Familienangehörigen, Ihre Freunde und Bekannten, den kurzen Test zu machen.
Es lohnt sich in jedem Fall und kostet nur ein paar Minuten Zeit.

Chefärztin Dr. med. Jutta Semler
1. Vorsitzende
Kuratorium Knochengesundheit e.V.

Diesen einfachen Selbsttest sollten Sie machen, wenn Sie entweder:

  • über 40 Jahre alt sind
  • oder um mehr als 4 cm kleiner geworden sind
  • oder unter Rückenschmerzen leiden
  • oder nach dem 40. Lebensjahr einen Knochenbruch
    aus geringfügigem Anlass erlitten haben

Risikofaktoren — Warnzeichen für Osteoporose

1. Hat/Hatte Ihre Großmutter, Mutter oder Schwester eine Osteoporose, einen Rundrücken, einen Unterarm-, Wirbelkörper-, oder Schenkelhalsbruch?

2. Haben Sie nach dem 40. Lebensjahr einen oder mehrere der folgenden Knochenbrüche erlitten?
Unterarm
Wirbelkörper
Oberschenkelhals
Oberarm
Rippe

3. erste Monatsregel nach dem 14. und letzte Monatsregel vor dem 44. Lebensjahr) oder hatten Sie ein langanhaltendes Ausbleiben der Monatsregel (mehr als 12 Monate)?

4. Ist Ihre körperliche Aktivität vermindert?
Sind Sie ans Haus gefesselt? Waren oder sind Sie 6 Monate oder länger bettlägerig oder auf den Rollstuhl angewiesen?

5. Ist Ihre Ernährung oder Ihr Genussmittelgebrauch knochenschädigend?

a. Ernähren Sie sich kalziumarm (selten Milch oder Milchprodukte, kaum grüne Gemüse, keine kalziumhaltigen Nahrungsergänzungsmittel)?

b. Wurde Ihnen ein Teil des Magens oder der ganze Magen entfernt?

c. Trinken Sie täglich mehr als zwei Gläser eines alkoholischen Getränkes?

d. Rauchen Sie täglich 20 oder mehr Zigaretten?

6. Nahmen/Nehmen Sie länger als 6 Monate Kortisonpräparate ein?
(entscheidend sind nur Tabletten)

Sturzgefahren

7. Sind Sie gehbehindert, benutzen Sie eine Gehhilfe?

8. Haben Sie Lähmungen?

9. Stolpern oder stürzen Sie sehr häufig?

10. Sind Sie sehbehindert trotz einer Brille?

Haben Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit JA beantwortet, besteht bei Ihnen eine erhöhte Knochenbruchgefahr.

Bitte setzen Sie sich unbedingt mit Ihrem Arzt in Verbindung, und lassen Sie eine Osteoporose abklären!

Obiger Fragebogen wurde der Broschüre “Auf Dauer mehr Knochenpower” entnommen.


mit frenudlicher Genehmigung
Kuratorium Knochengesundheit e.V.

Schmerzen durch Wirbelkorperbrüche - Kyphoplastie, ein neues Therapieverfahren

Eines der Hauptprobleme der Osteoporose sind die Brüche von Wirbelkörpern. Es kommt zur keilförmigen Verschmälerung von Wirbeln und nach außen sichtbar zu einem zunehmenden Rundrücken. Da durch diese Formveränderungen eine Beeinträchtigung der Lungenfunktion entsteht und ein Platzmangel im Bauchraum, sind Atemnot und Magen-Darmbeschwerden häufig. Während der Heilungsphase von 12 Wochen und teilweise auch deutlich länger kommt es zu erheblichen Schmerzen, die den Patienten daran hindern, sich normal zu bewegen. Die Schonung führt zu einer weiteren Verschlechterung der Osteoporose und erhöht das Risiko weiterer Knochenbrüche. Nach einem Wirbelkörperbruch ist das Risiko weiterer Brüche 5x höher als bei normalen Patienten. Es kommt zu einer Teufelsspirale. Die Verschlechterung aller dieser Funktionen führt zu einer deutlich erhöhten Sterberate im Vergleich zu Patienten ohne Wirbelbrüche. 10 Jahre nach einem Wirbelkörperbruch ist die Sterberate 17% höher als normal. Bis heute sind Wirbelkörperbrüche die einzigen Knochenbrüche, die nur in Ausnahmefällen konsequent behandelt werden. Meist werden Schmerzmittel verordnet und manchmal ein Korsett. Die Verschmälerung der Wirbel mit den oben beschriebenen Auswirkungen bleibt unbehandelt.

Welche Vorteile bietet die Behandlung?

Durch die Kyphoplastie ist es jetzt erstmals möglich mit minimal invasiven Techniken einen gebrochenen Wirbel wieder aufzurichten und sofort stabil zu machen, sodass eine sofortige Belastung möglich ist und die gesamte Ruhigstellung von 12 Wochen entfällt. Das Tragen eines Korsetts ist nicht mehr erforderlich. Der Schmerz ist in nahezu allen Fällen sofort nach dem Eingriff weg. Die Folgen für die Lungenfunktion existieren nicht mehr. Die oben beschriebene Teufelsspiralc wird unterbrochen.

Wie läuft die Behandlung ab?

In einer kurzen Vollnarkose wird der gebrochene Wirbel über kleine Stiche in der Haut von beiden Seiten punktiert. Durch eine spezielle Technik ist es möglich, zwei Ballons in den Wirbel einzuführen. Durch Auf blasen der Ballons unter Röntgenkontrolle wird der Wirbelkörper wieder aufgerichtet. Es bildet sich ein Hohlraum, der nach Entfernen der Ballons mit Knochenzement gefüllt wird. Dadurch wird die Form erhalten und der Bruch stabilisiert. Nach dem Eingriff kann der Patient nach einer kurzen Uberwachungszeit die Klinik schon am selben Tag wieder verlassen. Im weiteren Verlauf ist lediglich noch die Einnahme der Osteoporosemedikamente nötig.

Für welche Patienten kommt diese Behandlung in Frage?

Mit dem neuen Therapieverfahren ist es möglich, Wirbelbrüche bis zu 8 Wochen nach dem akuten Ereignis wieder aufzurichten. Je früher die Behandlung allerdings durchgeführt wird, um so besser ist das Ergebnis. Nach 4 Monaten ist es praktisch unmöglich eine Verbesserung zu erzielen. Nur in seltenen Ausnahmefällen, wenn nämlich regelmäßig Cortison eingenommen wird, z.B. bei Asthma- oder Rheumapatienten, ist es oft noch nach einem Jahr möglich, einen gebrochenen Wirbelkörper wieder aufzurichten und zu stabilisieren.
Höheres Alter ist kein Grund, die Behandlung nicht durchzuführen.

Welche Komplikationen hat die Kyphoplastie?

Bei inzwischen 6000 Behandlungen weltweit sind unter 0,4 %, das sind bei etwa 20 Patienten Komplikationen aufgetreten. Es kann durch Blutung, austretenden Knochenzement oder durch die Instrumente zu Schäden an den Nervenwurzeln oder im Bereich des Rückenmarks kommen, was zu meist vorübergehenden, in seltenen Fällen bleibenden Muskelschwächen führt. Tritt Zement in Blutgefäße über und gelangt in die Lunge, kann es zu Lungenembolien kommen. Todesfälle sind bis heute nicht beschrieben und die schwereren Komplikationen wurden nur als Einzelfälle beschrieben.

Was kostet eine Behandlung?

Da es sich um ein neues Therapieverfahren handelt, werden die Kosten noch nicht von den Krankenkassen übernommen

Die Sachkosten für das benötigte Einmalmaterial belaufen sich auf ca. 3.300 Euro Die Behandlungskosten betragen ca. 750 Euro und beinhalten sowohl die Behandlung als auch die Kosten für die Narkose und die Nachbeobachtung.

Alternativ zu der für den Patienten kostenintensiven Therapiemaßnahmen wird in einigen Krankenhäusern das moderne Veroplastieverfahren über dem Pflegesatz für den stationären