Operative Behandlung von Knorpelschäden

Durch Unfälle (Stürze beim Fußballspiel oder Skifahren) kann ein größeres Knorpelstück von 1 bis 2 cm Durchmesser als kompletter Knochen-Knorpelblock ausbrechen. Abhängig von der Art der Verletzung erfolgt eine der unten genannten Behandlungsmethoden.

Verschleiß eines Gelenkes

Knorpelschäden innerhalb eines Gelenkes können durch monotone Fehlbelastung oder Fehlstellung der Beinachse, Gicht oder Rheuma, Meniskus- oder Kreuzbandschäden, die lange Jahre bestehen, begünstigt werden.

Nach Ausreizung der konservativen Therapiemaßnahmen mit Physiotherapie, Muskelkrafttraining, physikalischen Anwendungen mit Kurzwelle und Reizstrom wird bei Therapieresistenz die Indikation zur Arthroskopie gestellt, sofern keine zu ausgeprägte Arthrose vorliegt.

Gelenkdebridement

Hierbei erfolgt mit Mikroinstrumenten die Abtragung instabiler Knorpelanteile und die Glättung der vorhandenen degenerativen Strukturen im Bereich der Knorpeloberfläche, die Meniskusschäden werden saniert.

Mikrofraktuierung

Bei der zuvor genannten Technik (Pridiebohrung) werden 2 mm dicke Löcher in freiliegende Knochenoberflächen gebohrt. Durch Blutung aus diesen Löchern entsteht ein Blutfilm auf der Knochenoberfläche und es entsteht ein bindegewebiger Ersatzknorpel.

Knorpel-Kochentransplantation (OATS- oder Mosaiktechnik)

Hierbei werden aus dem eigenen Kniegelenk in nicht belasteten Knorpel-Knochenbezirken Stanzzylinder entnommen und diese Form passgenau in die Defektzonen implantiert.

Autologe Chondrozytentransplantation

Bei Grad 3 bis 4 Knorpelschaden wurd Knorpelgewebe zur Anzüchtung entnommen und nach 3 bis 4 Wochen durch einen kleinen Schnitt im Bereich des Defektes aufgebracht. Aufgrund der durchgeführten Technik haften die Knorpelzellen innerhalb weniger Minuten im Defektbereich. Für die Ernährung der Knorpelzellen ist bei der Anzüchtung im Zelllabor das Blut vom Patienten erforderlich, so dass ca. 200 ml Blut nach dem Ersteingriff entnommen werden müssen.

Umstellungsosteotomie

In der Regel sollte die Beinachse gerade sein. Bei vermehrter O- oder X-Beinstellung kann eine Korrektur der Beinachse vorgenommen werden. Es erfolgt eine Durchtrennung des Knochens im Schienbein- oder Oberschenkelknochenbereich mit dann Fixierung durch Metallklammern oder ein Implantat mit Schrauben. Vor dem operativen Eingriff kann eine Austestung des Erfolges für diesen Eingriff mit einer Korrekturorthese für mehrere Wochen erfolgen.